KI-Sichtbarkeit messen: Was der ChatGPT-Tracking-Bug zeigt
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Eine Woche lang landeten ChatGPT-Besuche unter Direct
Ab dem 8. Oktober fehlte bei Links aus ChatGPT plötzlich der Parameter utm_source=chatgpt.com. Wie Search Engine Roundtable berichtete, öffnete die Plattform Links zudem ohne Referrer. Analytics-Tools buchten Besuche aus ChatGPT dadurch als Direct.
Cedric Huesler von Adobe hat den Effekt an rund 500 Seiten untersucht, auf denen ChatGPT zuvor mindestens fünf Prozent der Besuche lieferte. Im Vergleich zur Vorwoche verloren diese Seiten rund 31.000 ChatGPT-Besuche pro Tag. Direct legte auf denselben Seiten um rund 26.000 Besuche täglich zu.
Inzwischen gibt es eine Erklärung. Laut Huesler hat OpenAI ihm einen Bug bestätigt, öffentlich hat sich das Unternehmen dazu nicht geäußert. Seit dem 15. Oktober wird ein Fix schrittweise ausgerollt, wie Relevant Audience zusammenfasst.
Der UTM-Parameter ist nach Hueslers Daten wieder da. Der Referrer fehlt bei den meisten ChatGPT-Klicks weiterhin. Die Besuche aus der betroffenen Woche bleiben in GA4 als Direct verbucht, eine nachträgliche Korrektur ist bislang nicht angekündigt.
Wir konnten den Effekt auch bei unseren Kund:innen beobachten. Wer KI Sichtbarkeit messen will, sollte den Zeitraum vom 8. bis 15. Oktober in seinen Auswertungen markieren.
Der Fix behebt den Bug, aber nicht das Grundproblem
Der Bug wird behoben, die Erkenntnis bleibt. Eine einzige technische Änderung auf Seiten einer Plattform hat eine Woche lang die Kanalzuordnung in vielen Analytics-Konten verschoben.
Solche Lücken können jederzeit wieder auftreten. GA4 ordnet Besuche über Referrer und UTM-Parameter zu, und beides liegt in der Hand der Plattform, von der der Klick kommt. Auch der GA4-Kanal „AI Assistant“ ist auf diese Signale angewiesen.
Wie stark die Ergebnisse je nach Werkzeug auseinandergehen, zeigt dieselbe Woche. Laut Relevant Audience meldete der Tracker LLM Pulse für den 9. bis 11. Oktober rund 46 Prozent weniger ChatGPT-Sitzungen, in GA4-Daten von Websites mit KI-Traffic lag der Rückgang zwischen 22 und 57 Prozent. Wer sich auf ein einziges Tracking-Tool verlässt, sieht im Zweifel einen Einbruch, der eigentlich ein Messfehler ist.
Dazu kommt eine strukturelle Grenze. In einer KI-Antwort fällt die Entscheidung für eine Marke oft schon im Text, bevor überhaupt jemand klickt. GA4 sieht davon nur den letzten Schritt.
KI-Sichtbarkeit messen heißt, mehrere Datenquellen zu verbinden
Ein belastbares Bild entsteht erst, wenn mehrere Quellen nebeneinanderstehen. GEO-Tracking-Tools stellen KI-Systemen regelmäßig die Fragen, die eure Zielgruppe stellt. Sie werten aus, ob eure Marke in den Antworten vorkommt, wie oft sie zitiert wird und welche Quellen die Systeme heranziehen.
Wir arbeiten dafür mit Peec AI. Diese Daten hängen nicht davon ab, ob ein Klick sauber übergeben wird.
Genau das macht den Abgleich wertvoll. Bricht der ChatGPT-Traffic in GA4 ein, während die Sichtbarkeit in den KI-Antworten stabil bleibt, liegt die Ursache sehr wahrscheinlich in der Messung. Sinkt beides, hat sich tatsächlich etwas an eurer Position verändert.
GA4 bleibt Teil des Bildes, denn Klicks, Conversions und das Verhalten auf der Website lassen sich nur dort messen. Auch der Direct-Kanal verdient einen Blick. Steigt er plötzlich, kann das auf verlorene Absender hinweisen und muss nicht mehr Markenstärke bedeuten.
Gutes GEO-Reporting ordnet Veränderungen ein, bevor sie auffallen
Plattformen wie ChatGPT ändern ihr Verhalten ohne Vorankündigung, gewollt oder ungewollt. Für Marketing-Teams zählt deshalb, wer solche Änderungen beobachtet und einordnet.
Ein belastbares GEO-Reporting erklärt Verschiebungen im Kanal-Mix, bevor sie im Dashboard Fragen aufwerfen. Es benennt, was sich technisch geändert hat, und prüft Auffälligkeiten gegen eine zweite Datenquelle. So wird aus einem vermeintlichen Einbruch eine eingeordnete Messlücke.
Aus unserer Sicht ist genau das die Aufgabe einer Agentur für KI-Sichtbarkeit. Wir sprechen Änderungen wie diese von uns aus an, sobald sie auftreten. So bleibt das Reporting nachvollziehbar, auch wenn sich die Messgrundlage verschiebt.
Wie SEO und GEO bei uns zusammenspielen, zeigen unsere Seite zu SEO & GEO und der Case Altano im Bereich SEO und AI-Search.
Wenn ihr wissen wollt, wie sich die Woche auf eure Zahlen ausgewirkt hat, sprechen wir gern darüber.
Quellen: Search Engine Roundtable, seroundtable.com; Relevant Audience, relevantaudience.com; Cedric Huesler (Adobe), linkedin.com.
Fazit
Eine Woche lang verschwanden ChatGPT-Besuche in GA4 unter Direct, ausgelöst durch einen Bug, der inzwischen behoben wird. Der Fall zeigt, dass solche Messlücken jederzeit auftreten können. KI Sichtbarkeit messen heißt deshalb, GA4 mit Daten aus GEO-Tracking-Tools abzugleichen und Auffälligkeiten früh einzuordnen, statt einem einzigen Tool zu vertrauen.
